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Klara und Theo: Eine aufregende Entdeckung im alten Haus Titel: Klara und Theo. Spuk im Nachbarhaus. Ausgabe mit Mini-CD Altersempfehlung: Ab 8 Jahren Genre: Kinderkrimi, Abenteuer, Spannend --- Die Sonne schien warm auf die Fenster des kleinen Reihenhauses, aber für Klara und Theo war dieser Sommer ein ganz besonderer. Anders als die lauen Nachmittage der letzten Jahre, die sie meistens mit dem Bau von Baumhäusern oder dem Sammeln von glänzenden Steinen verbracht hatten, lag nun eine fast greifbare Spannung in der Luft, die direkt vom Haus nebenan ausging. Das Haus, das bisher von Frau Elfriede bewohnt worden war, stand seit dem späten Herbst leer. Frau Elfriede, eine freundliche Dame mit einem Faible für Gartenarbeit und Katzen, war plötzlich und unerwartet in ein Pflegeheim gezogen. Seitdem wirkte das Haus wie ein schlafender Riese, dessen Fensterläden wie geschlossene Lider aussahen. Doch in den letzten Wochen hatte sich etwas verändert. Dunkle Schatten huschten hinter den Vorhängen, und seltsame Geräusche drangen in den Garten der Familie von Klara und Theo. Klara, elf Jahre alt und die Denkerin der beiden, war zunächst skeptisch. „Es ist wahrscheinlich nur der Wind, Theo“, sagte sie, während sie akribisch eine Liste von möglichen Erklärungen für das Rätsel erstellte. Theo hingegen, ein Jahr jünger und unerschrocken bis zur Tollkühnheit, war fest davon überzeugt: „Im Haus spukt es! Eindeutig!“ Die Geräusche waren nicht von der harmlosen Sorte. Es waren keine knarrenden Dielen, die man von alten Häusern erwarten würde. Es klang nach schweren Gegenständen, die verschoben wurden, nach gedämpftem Gemurmel und manchmal, ganz deutlich, nach einem leisen, fast klagenden Weinen. Die Geburt einer Detektei Nachdem Theo beinahe eine ganze Nacht wach gelegen hatte, weil er überzeugt war, ein geisterhaftes Flüstern gehört zu haben, beschloss Klara, dass die wissenschaftliche Methode angewandt werden musste. Die beiden gründeten die „Detektei Sonnenstrahl“, benannt nach ihrem Lieblingsplatz im Garten, von dem aus sie das Nachbarhaus am besten beobachten konnten. Ihre erste Aufgabe war die Informationssammlung. Klara verbrachte Stunden in der örtlichen Bibliothek und durchforstete alte Zeitungsarchive. Das Haus, so erfuhr sie, hatte eine lange Geschichte. Es gehörte einst einem Uhrmacher, der berühmt-berüchtigt für seine exzentrischen Erfindungen und seine abrupte Abreise in den 1930er Jahren war. Gerüchte besagten, er habe seine wertvollsten Schätze nicht mitgenommen. Theo hingegen kümmerte sich um die sensorische Datenerfassung. Ausgerüstet mit einem Fernglas, einem selbstgebauten Schalltrichter (eigentlich ein umgedrehter Blumentopf mit einem Schlauch) und einem Notizbuch, verbrachte er Stunden damit, die Fenster und Türen des verlassenen Gebäudes zu überwachen. Eines Dienstagnachmittags, als Klara gerade dabei war, die geografische Lage der Geräusche auf einem maßstabsgetreuen Plan des Grundstücks zu kartieren, machte Theo eine bahnbrechende Entdeckung. Eines der Kellerfenster, das immer fest verschlossen war, stand einen Spalt offen. Ein kalter Luftzug wehte heraus, und er meinte, einen metallischen Geruch wahrgenommen zu haben. Der nächtliche Einsatz Die Entscheidung fiel schnell: Sie mussten hinein. Doch nicht einfach so. Klara bestand auf einer sorgfältigen Planung. Sie erstellten einen detaillierten Plan, der die Route, die Kommunikationsmethode (zwei alte Walkie-Talkies, die sie auf dem Dachboden gefunden hatten) und einen Notfallplan umfasste. In der darauffolgenden Nacht, als der Mond nur eine schmale Sichel am Himmel war und ihre Eltern fest schliefen, machten sich Klara und Theo auf den Weg. Der Garten war dunkel, und jeder Ast, der unter ihren Füßen knackte, ließ ihre Herzen höherschlagen. Das Kellerfenster war überraschend leicht zu öffnen. Sie zwängten sich durch die enge Öffnung in eine feuchte, modrige Dunkelheit. Der Geruch war überwältigend: Staub, Moder und etwas scharfes, fast chemisches. Im Keller herrschte Chaos. Alte Kisten, zerbrochene Möbel und Spinnweben in astronomischen Dimensionen. Mit ihren Taschenlampen beleuchteten sie den Raum. Die Geräusche, die sie von draußen gehört hatten, schienen hier unten viel lauter. Sie hörten ein regelmäßiges, rhythmisches Klopfen, das aus einer verschlossenen Tür am Ende des Raumes zu kommen schien. „Siehst du, Klara? Gespenster!“, flüsterte Theo, seine Stimme zitterte leicht. Klara, obwohl ihr eigener Puls raste, versuchte, rational zu bleiben. „Gespenster machen kein so regelmäßiges Geräusch, Theo. Das klingt eher nach… Mechanik.“ Sie untersuchten die Tür. Sie war dick und von außen mit einem schweren Riegel gesichert. Klara bemerkte jedoch seltsame Ritzspuren um den Riegel herum. Jemand hatte versucht, die Tür von innen zu öffnen. Die Wahrheit hinter dem Spuk Gerade als sie überlegten, wie sie die Tür öffnen könnten, hörten sie Schritte über ihnen, im Erdgeschoss. Die Schritte waren schwer und zielgerichtet. Es war kein Geist. Es war jemand Lebendiges. Klara und Theo versteckten sich hinter einem Stapel alter Zeitungen. Durch den Türspalt des Kellers sahen sie eine Gestalt in dunkler Kleidung, die eine starke Taschenlampe benutzte. Die Person schien nach etwas zu suchen. Sie war nicht die freundliche Nachbarin Frau Elfriede. Diese Person wirkte entschlossen und ungeduldig. Die Gestalt öffnete eine Tür zum Treppenhaus und ging nach oben. Klara nutzte die Gelegenheit. Sie bemerkte, dass ein Teil des Kellerbodens unter dem Riegelbrett locker war. Mit vereinten Kräften, die Taschenlampen im Mund haltend, hoben sie das Brett an. Darunter befand sich nicht der Schatz des Uhrmachers, sondern ein schmaler, staubiger Durchgang, der in einen angrenzenden, nicht kartografierten Raum führte. Sie krochen hindurch und fanden sich in einem kleinen, fensterlosen Raum wieder, der seltsamerweise aufgeräumt wirkte. In der Mitte stand ein großer, komplexer Apparat, der leise tickte und klopfte – das Geräusch, das sie gehört hatten. Neben dem Apparat saß ein Mann mittleren Alters, sichtlich erschöpft, aber konzentriert. Er schien etwas zu reparieren. Der Mann zuckte zusammen, als er die beiden Kinder sah. Bevor er reagieren konnte, sprachen Klara und Theo gleichzeitig: „Wer sind Sie? Und was machen Sie hier?“ Der Mann seufzte tief. Er stellte sich als Herr Lorenz vor, ein entfernter Verwandter von Frau Elfriede. Er erklärte, dass er ein Restaurator für sehr seltene, mechanische Musikautomaten sei. Er war nicht hier, um zu spuken. Frau Elfriede hatte ihm das Haus unter der Bedingung überlassen, dass er den „Herzschlag des Hauses“, einen extrem seltenen, selbstspielenden Automaten des alten Uhrmachers, der im geheimen Raum verborgen lag, restauriere, bevor das Haus verkauft würde. Das laute Klopfen war der defekte Mechanismus. Die flüsternden Geräusche kamen von ihm, als er mit den empfindlichen Zahnrädern kämpfte. Das Weinen? Das war ein übersteuerter Dampfgenerator, den er nicht richtig kalibrieren konnte. Die dunkle Gestalt, die sie oben gesehen hatten, war sein Assistent, der gerade die Werkzeuge holte. Sie hatten versucht, so leise wie möglich zu arbeiten, um die Nachbarschaft nicht zu beunruhigen, aber die alten Mauern spielten ihnen einen Streich. Klara und Theo waren zunächst enttäuscht, dass es kein klassischer Spuk war, aber die Geschichte von dem antiken Automaten war mindestens genauso faszinierend. Herr Lorenz zeigte ihnen stolz die filigranen Messingteile und erklärte die komplizierte Technik. Er lud sie ein, ihm bei der Arbeit zuzusehen – unter der Bedingung absoluter Geheimhaltung. Von diesem Tag an wurde der geheime Kellerraum zum Hauptquartier der „Detektei Sonnenstrahl“. Sie lernten viel über Feinmechanik und die Kunst des Restaurierens. Der Spuk im Nachbarhaus entpuppte sich als eine faszinierende, mechanische Melodie, die bald darauf, vollendet und perfekt gestimmt, durch die offene Kellertür in den Sommergarten klang – ein wunderschönes, unheimliches Echo aus der Vergangenheit. --- Diese Ausgabe enthält eine Mini-CD mit spannenden Hörspiel-Ausschnitten und einer exklusiven Geräuschkulisse aus dem Haus, die die Atmosphäre des Abenteuers noch lebendiger werden lässt.